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Mein Notizbuch

14 Krimirätsel

Krimirätsel für Kinder ab 8

  • ab 8 Jahren
  • mittel bis schwer
  • mit Auflösung
  • zum Ausdrucken
  • kostenlos, ohne Anmeldung

Krimirätsel für Kinder ab 8 sind Detektivgeschichten zum Selberlesen. Die Fälle sind etwas länger, die Spuren besser versteckt: Mal kommt es auf eine Uhrzeit an, mal auf eine Aussage, die nicht ganz stimmt. Alle Geschichten stehen hier vollständig auf einer Seite. Die Auflösung ist zugeklappt, damit du erst selbst ermitteln kannst.

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  1. Der Riese auf dem Schulhof

    ab 8 Jahren, passt bis 10 Schwierigkeit: mittel

    Am Montagmorgen steht auf dem Schulhof ein riesiger Schneemann. Er ist größer als Herr Brückner, der Hausmeister. Um den Hals trägt er einen grün gestreiften Schal.

    „Wer hat den gebaut?“, ruft Herr Brückner. „Der Baumeister bekommt von mir einen Becher heißen Kakao. Und er darf dem Riesen einen Namen geben!“

    Sofort meldet sich Jonte. „Ich! Heute früh um sieben, ganz allein. Der Schal ist von mir.“

    „Stimmt gar nicht“, sagt Merle. „Den habe ich gebaut. Gestern Nachmittag, mit meinem kleinen Bruder. Wir wohnen gleich gegenüber.“

    Paula hört gut zu. Sie weiß noch genau, wie das Wetter war. Am Sonntagnachmittag war Tauwetter. Es war ein Grad über null, von den Dächern tropfte es, und der Schnee war nass und schwer. In der Nacht ist es dann bitterkalt geworden, acht Grad unter null. Gegen Morgen ist noch ein bisschen neuer Schnee gefallen.

    In der ersten Pause wollen alle eine Schneeballschlacht machen. Aber es klappt nicht. Der Schnee ist locker wie Puderzucker und glitzert. Er knirscht und quietscht unter den Stiefeln. Jeder Schneeball zerfällt in der Hand, bevor man ihn werfen kann.

    Paula klopft gegen den Bauch des Riesen. Er ist hart wie ein Stein. Obendrauf liegt eine dünne Schicht vom neuen, lockeren Schnee. Nur auf dem grünen Schal liegt keine einzige Flocke.

    Deine Frage, Detektiv:

    Wer hat den Schneemann gebaut, und was hat Jonte damit zu tun?

    Auflösung zeigen

    Merle und ihr Bruder haben den Riesen gebaut, am Sonntagnachmittag. Der entscheidende Hinweis ist der Schnee. Einen Schneemann kann man nur aus nassem, klebrigem Schnee rollen, wie bei Tauwetter. Heute früh ist der Schnee nach der eiskalten Nacht locker wie Puder. Nicht einmal ein Schneeball hält. Damit hätte Jonte um sieben Uhr nie so einen Riesen bauen können. Über Nacht ist Merles Schneemann steinhart gefroren.

    Und der Schal? Auf dem Schneemann liegt der neue Schnee von heute früh, auf dem Schal aber nicht. Der Schal kam also erst danach dazu. Jonte hat ihn heute Morgen umgebunden. Das gibt er auch zu: „Ich fand, dem Riesen war kalt.“

    Herr Brückner lacht. Merle bekommt den Kakao und darf den Namen aussuchen. Jonte bekommt auch einen Becher, für den Schal. Der Riese heißt jetzt „Herr Frost“.

    Mit Hinweisen, zum Merken und Ausdrucken: Der Riese auf dem Schulhof

  2. Das Päckchen im Wichtelsack

    ab 8 Jahren, passt bis 10 Schwierigkeit: mittel

    In der Klasse 3b wird vor Weihnachten gewichtelt. Jedes Kind hat einen Zettel mit einem Namen gezogen und besorgt für dieses Kind ein kleines Geschenk. Wer wen gezogen hat, ist streng geheim.

    Frau Kühn hat einen großen roten Sack neben den Tannenbaum im Klassenzimmer gestellt. „Bis Donnerstag um zwölf Uhr legt jeder sein Päckchen selbst hinein“, sagt sie. „Ich passe auf. Dann binde ich den Sack zu. Am Freitag wird verteilt.“

    Am Freitag holt Frau Kühn die Päckchen heraus. Emma bekommt ein flaches Päckchen mit Sternenpapier. Darin liegt ein selbst gemalter Comic. Er handelt von einem schwarzen Pony mit einem weißen Fleck auf der Stirn. Das Pony heißt Blitz. Emma strahlt. Genau so ein Pony wünscht sie sich, und genau so würde sie es nennen.

    Aber davon hat sie fast niemandem erzählt. Nur einmal: am Mittwoch, im Bus zum Schwimmen. Neben ihr saßen Lina und Tarik. Nach dem Schwimmen fahren alle Kinder direkt vom Hallenbad nach Hause.

    Wer hat den Comic gemalt? Emma überlegt. Lina malt in jeder Pause Bildergeschichten. Tarik zeichnet auch gern, am liebsten Ritterburgen.

    Am Donnerstag war Tarik krank. Sein Stuhl blieb den ganzen Tag leer. Lina kam am Donnerstag mit dunklen Ringen unter den Augen in die Schule und gähnte dauernd.

    Als Frau Kühn am Freitag den letzten Namen vorliest, sagt sie: „Ein Päckchen fehlt noch. Tarik konnte seins gestern nicht hineinlegen, weil er krank war. Er bringt es am Montag mit. Ein Kind muss also noch ein bisschen warten.“

    Deine Frage, Detektiv:

    Wer ist Emmas Wichtel?

    Auflösung zeigen

    Lina ist Emmas Wichtel! Der entscheidende Hinweis ist die Zeit. Von Blitz hat Emma erst am Mittwoch im Bus erzählt, und nur Lina und Tarik haben es gehört. Danach ging es vom Hallenbad direkt nach Hause. Der Comic wurde also am Mittwochabend gemalt und musste am Donnerstag bis zwölf Uhr in den Sack.

    Tarik war aber am Donnerstag krank und gar nicht in der Schule. Sein Päckchen fehlt ja auch noch, er bringt es erst am Montag. Emmas Päckchen lag am Freitag schon im Sack. Also bleibt nur Lina.

    Lina gibt es lachend zu: „Ich hab am Mittwoch bis spät abends gemalt. Darum war ich am Donnerstag so müde!“

    Mit Hinweisen, zum Merken und Ausdrucken: Das Päckchen im Wichtelsack

  3. Die Treppe im Bungalow

    ab 9 Jahren, passt bis 12 Schwierigkeit: schwer

    Es ist Samstagmorgen. Detektiv Paul seufzt. Ausgerechnet heute, an seinem Geburtstag, gibt es einen neuen Fall. Seine Kollegin Sara erklärt: „Herrn Weiß ist seine Kuckucksuhr gestohlen worden. Er wohnt wegen seines kaputten Knies in einem Bungalow, ganz ohne Treppen. Ich rufe Frau Reichenbach an, die Hausverwalterin. Sie zeigt dir alles.“

    Sara telefoniert kurz. „Alles klar! Frau Reichenbach wartet in einer halben Stunde in der Hauptstraße 232 auf dich.“ Dabei grinst sie ein bisschen. Paul wundert sich, aber er fährt los.

    Vor dem Haus steht schon Frau Reichenbach. „Wie schön, dass Sie da sind, Herr Detektiv! Die Uhr hing zuletzt im Zimmer von Herrn Weiß. Kommen Sie, hier entlang!“ Sie führt Paul durch den Flur zu einer breiten, gewundenen Treppe. „Hier hinauf!“

    Hinter ihnen knallt die Haustür zu. „Oh, die habe ich wohl offen gelassen“, sagt Frau Reichenbach schnell. „Das war bestimmt der Wind.“

    Auf halber Höhe schaut Paul aus dem Fenster. Auf dem Dach gegenüber sitzt eine Wetterfahne. Sie bewegt sich kein bisschen. Die Blätter am Baum hängen still herunter. Am Geländer klebt ein kleines Stück buntes Geschenkband. Und von oben zieht ein Duft nach frischem Schokoladenkuchen herunter.

    Dann hört Paul hinter sich auf der Treppe leise Schritte. Jemand Drittes ist im Haus. Von oben kommt ein Kichern, dann ein lautes „Pssst!“.

    Paul bleibt stehen und lächelt. Jetzt weiß er Bescheid.

    Deine Frage, Detektiv:

    Wo ist Paul wirklich, und was erwartet ihn oben?

    Auflösung zeigen

    Paul ist gar nicht im Haus von Herrn Weiß. Oben wartet eine Überraschungsparty zu seinem Geburtstag! Der entscheidende Hinweis ist die Treppe. Sara hatte gesagt, dass Herr Weiß in einem Bungalow ohne Treppen wohnt. Dieses Haus hat aber eine große Treppe. Also ist das ein ganz anderes Haus.

    Auch der Wind war es nicht: Die Wetterfahne stand still, und die Blätter bewegten sich nicht. Die Haustür hat jemand anderes zugemacht: die dritte Person, deren Schritte Paul auf der Treppe hört. Das Geschenkband, der Kuchenduft, das Kichern und Saras Grinsen passen dazu. Und es ist ja Pauls Geburtstag.

    Den Fall mit der Kuckucksuhr hat Sara nur erfunden, damit Paul ahnungslos herkommt. Frau Reichenbach ist Saras Tante, und hier wohnt sie selbst. Paul geht die letzten Stufen hinauf. Oben rufen alle: „Überraschung!“ Und Paul sagt: „Gute Arbeit! Fast hättet ihr mich reingelegt.“

    Mit Hinweisen, zum Merken und Ausdrucken: Die Treppe im Bungalow

  4. Die Erdbeeren am Sonntag

    ab 8 Jahren, passt bis 12 Schwierigkeit: mittel

    Detektiv Paul besucht am Sonntagmorgen seine Schwester. Heute hat Oma Maria Geburtstag, und am Nachmittag kommt die ganze Familie zum Kaffee. Oma Maria hat schon früh eine Erdbeertorte gebacken. Oben drauf liegen zwanzig dicke, rote Erdbeeren. Die Torte steht zum Abkühlen auf der Fensterbank im Esszimmer.

    Um elf Uhr schreit Oma Maria auf: „Meine Erdbeeren! Fast alle weg!“ Auf der Torte liegen nur noch drei Erdbeeren. Daneben ist ein kleiner roter Fleck auf der Fensterbank.

    Paul fragt alle Kinder und Erwachsenen, was sie in der letzten Stunde gemacht haben.

    Lucie hat im Keller Wäsche gewaschen. Sie trägt ein T-Shirt mit einem roten Fleck. „Das ist Tomatensoße von gestern“, sagt sie. „Darum wasche ich ja.“

    Olaf hat in der Küche Mittagessen gekocht. Es gibt Nudeln mit Tomatensoße. Die Küche liegt am anderen Ende des Hauses.

    Mark hat im Garten neue Erdbeerpflanzen eingesetzt. Seine Hände sind voller Erde. „Die tragen aber erst nächstes Jahr Früchte“, sagt er.

    Die kleine April sagt: „Ich habe die Post aus dem Briefkasten geholt. Es waren zwei Briefe und eine Zeitschrift. Ich habe sie Mama auf den Schreibtisch gelegt.“ Der Briefkasten hängt draußen am Gartentor. Der Weg dorthin führt am Esszimmer vorbei.

    Paul schaut auf den Schreibtisch. Dort liegt nur die Post von gestern, Samstag. Dann sieht er April an. Sie hat einen roten Rand um den Mund.

    Deine Frage, Detektiv:

    Wer hat die Erdbeeren von der Torte genascht?

    Auflösung zeigen

    Es war April! Der entscheidende Hinweis ist der Wochentag. Heute ist Sonntag, und sonntags wird keine Post gebracht. April kann also keine neuen Briefe aus dem Briefkasten geholt haben. Auf dem Schreibtisch liegt auch nur die Post vom Samstag. Ihre Geschichte stimmt nicht.

    Lucies Fleck ist alte Tomatensoße, und Olaf stand weit weg in der Küche. Marks Erdbeerpflanzen tragen noch keine Früchte. Nur April ist auf ihrem Weg am Esszimmer vorbeigekommen. Und der rote Rand um ihren Mund verrät sie auch.

    April wollte nichts Böses. Die Erdbeeren dufteten so gut, und sie hatte schon seit dem Frühstück Hunger. Erst wollte sie nur eine probieren. Dann wurden es siebzehn. Als sie es merkte, hat sie sich schnell die Geschichte mit der Post ausgedacht. Jetzt entschuldigt sie sich bei Oma Maria. Zum Glück steht im Kühlschrank noch eine Schale Erdbeeren für die Bowle. Damit belegen die beiden die Torte zusammen neu. Und April darf nach dem Kaffee die schönste Erdbeere selbst essen.

    Mit Hinweisen, zum Merken und Ausdrucken: Die Erdbeeren am Sonntag

  5. Kohles zweites Frühstück

    ab 8 Jahren, passt bis 10 Schwierigkeit: mittel

    Kohle ist eine schwarze Katze. Und sie wird immer runder. „Sie ist zu dick“, sagt die Tierärztin. „Ab jetzt gibt es nur noch eine kleine Schale am Morgen und eine am Abend.“

    Elif passt genau auf. Alle halten sich daran. Kohle bekommt ihr Futter mit Hühnchen, sonst nichts. Fisch gibt es bei Elif zu Hause nie, denn Papa mag ihn nicht einmal riechen. Trotzdem wird Kohle nicht dünner.

    Jeden Morgen um acht Uhr schlüpft Kohle durch die Katzenklappe nach draußen. Um neun Uhr kommt sie zurück. Sie leckt sich die Schnauze. Und sie riecht nach Fisch!

    Elif fragt in der Nachbarschaft herum. Jakob von nebenan hat einen Hund. „Der bekommt Futter mit Rind“, sagt Jakob. „Und Katzen mag er gar nicht.“

    Herr Graf im nächsten Haus geht oft angeln. Aber diese Woche ist er im Urlaub. Seine Rollläden sind unten, und seine Mülltonne ist leer.

    Dann trifft Elif Frau Brandt, die alte Dame vom Eckhaus. Sie kommt gerade vom Einkaufen. „Ein Tier? Nein, ich habe kein Tier“, sagt sie. „Und Fisch? Igitt, den mag ich überhaupt nicht.“ Aus ihrer Einkaufstasche schauen fünf kleine Dosen Thunfisch heraus.

    Am nächsten Morgen um halb neun schleicht Elif am Eckhaus vorbei. Auf der Terrasse von Frau Brandt steht eine kleine Untertasse. Sie ist leer und blitzblank geleckt.

    Deine Frage, Detektiv:

    Wo bekommt Kohle jeden Morgen ihr zweites Frühstück?

    Auflösung zeigen

    Bei Frau Brandt im Eckhaus! Kohle riecht nach Fisch, aber zu Hause gibt es nie Fisch. Herr Graf ist im Urlaub, und Jakobs Hund bekommt Rind. Frau Brandt mag keinen Fisch und hat kein Tier. Trotzdem kauft sie fünf Dosen Thunfisch. Auf ihrer Terrasse steht um halb neun eine leer geleckte Untertasse. Der Thunfisch ist für eine Katze.

    Elif klingelt bei Frau Brandt. „Ach, das ist eure?“, lacht die alte Dame. „Sie kommt jeden Morgen vorbei. Ich nenne sie Lakritz.“ Jetzt sind sich alle einig: Kohle darf Frau Brandt weiter besuchen. Aber nur noch zum Kuscheln.

    Mit Hinweisen, zum Merken und Ausdrucken: Kohles zweites Frühstück

  6. Die rosa Trikots

    ab 8 Jahren, passt bis 10 Schwierigkeit: mittel

    Die Handballmannschaft von Nora hat weiße Trikots mit blauen Nummern. Nach jedem Spiel nimmt eine Familie den Trikotbeutel mit nach Hause und wäscht alles. Nur einer gibt sein Trikot nie ab: Leo mit der Nummer 9. Er liebt es so sehr, dass er es nach dem Spiel einfach anbehält und darin nach Hause fährt.

    Diese Woche ist Ayla mit Waschen dran. Doch am Mittwoch kommt sie mit leeren Händen zum Training. „Ich wollte den Beutel am Sonntag nach dem Spiel mitnehmen“, sagt sie. „Aber er war schon weg.“

    Da entdeckt Trainer Herr Demir den Beutel auf der Bank in der Kabine. Er macht ihn auf. Die Trikots sind gewaschen und ordentlich gefaltet. Aber sie sind nicht mehr weiß. Sie sind rosa! Alle bis auf eines. Die Nummer 9 ist schneeweiß.

    Ganz unten im Beutel liegt eine einzelne rote Socke mit kleinen gelben Sternen.

    „Wer war das?“, fragt Herr Demir. Er klingt nicht böse. Eher so, als müsste er sich das Lachen verkneifen.

    Keiner sagt etwas. Nora schaut sich in der Kabine um. Ayla trägt blaue Socken. Ben trägt weiße. Emma trägt grüne mit Streifen. Leo sitzt etwas abseits und bindet seine Schuhe ganz langsam zu. An seinem rechten Fuß ist eine weiße Socke. An seinem linken Fuß ist eine rote. Mit kleinen gelben Sternen.

    Deine Frage, Detektiv:

    Wer hat die Trikots gewaschen?

    Auflösung zeigen

    Leo hat die Trikots gewaschen. Eine rote Socke in der Waschmaschine kann weiße Wäsche rosa färben. Die Sternensocke im Beutel ist das Gegenstück zu der roten Socke an Leos linkem Fuß. Und warum ist die Nummer 9 weiß geblieben? Weil sie gar nicht in der Maschine war: Leo hatte sein Trikot wie immer selbst an.

    Leo wollte Ayla eine Freude machen und ihr das Waschen abnehmen. Dass sich eine Socke in den Beutel geschmuggelt hatte, hat er nicht gemerkt. Herr Demir lacht: „Rosa Trikots hat in der ganzen Liga keine Mannschaft.“ Am Samstag spielen alle in Rosa. Nur Leo nicht. Der ist zum ersten Mal ein bisschen neidisch.

    Mit Hinweisen, zum Merken und Ausdrucken: Die rosa Trikots

  7. Die leere Taschenlampe

    ab 8 Jahren, passt bis 10 Schwierigkeit: mittel

    Die Klasse 4c ist auf Klassenfahrt in einer Jugendherberge im Wald. Heute Abend soll es eine Nachtwanderung geben. Herr Kowalski holt seine große Taschenlampe aus dem Gemeinschaftsraum. Er drückt auf den Schalter. Nichts. Die Batterien sind leer.

    „Gestern Abend um neun hat sie noch hell geleuchtet“, sagt er. „Da habe ich sie hier aufs Regal gelegt.“

    Hanna erinnert sich. Gestern Abend saß sie genau neben diesem Regal. Dort stehen alte Bücher der Herberge. Sie hat angefangen, eins davon zu lesen: „Das Geheimnis der Flaschenpost“. Bis Seite 31 ist sie gekommen. Dann war Schlafenszeit. Sie hat ihr Lesezeichen hineingesteckt und das Buch zurückgestellt. „Das Buch ist älter als ich“, hatte die Herbergsmutter gesagt. „Davon gibt es nur noch dieses eine.“

    Heute Morgen lag das Buch nicht mehr in der Reihe, sondern quer obendrauf. Das Lesezeichen steckte aber noch bei Seite 31.

    Beim Frühstück saß Hanna neben den drei Jungen aus Zimmer 2. Das Zimmer liegt direkt neben dem Gemeinschaftsraum.

    „Ich habe geschlafen wie ein Stein“, sagte Okan.

    „Ich auch“, sagte Tim und gähnte so laut, dass alle lachen mussten.

    „Ich bin nur einmal aufgewacht, weil Okan geschnarcht hat“, sagte Jasper.

    Hanna erzählte von ihrem Buch. „Ich bin so gespannt, wer die Flaschenpost geschrieben hat. Vielleicht der alte Fischer?“

    „Quatsch“, rutschte es Tim heraus. „Das war doch die Leuchtturmwärterin. Das steht auf der letzten Seite …“

    Dann wurde er knallrot.

    Deine Frage, Detektiv:

    Wer hat die Taschenlampe leer geleuchtet?

    Auflösung zeigen

    Tim war es. Er weiß, was auf der letzten Seite steht. Zu Hause kann er das Buch nicht gelesen haben. Es gibt nur noch dieses eine, und das steht in der Herberge. Also hat er es in der Nacht gelesen. Dafür hat er sich die große Taschenlampe vom Regal geholt und unter der Bettdecke gelesen, bis die Batterien leer waren. Hannas Lesezeichen hat er ordentlich wieder bei Seite 31 hineingesteckt. Darum ist er heute auch so müde.

    „Es war so spannend, ich konnte einfach nicht aufhören“, sagt Tim. Er darf mit dem Herbergsvater neue Batterien holen. Und er verspricht Hanna, nichts mehr vom Ende zu verraten. Ein kleines bisschen zu spät.

    Mit Hinweisen, zum Merken und Ausdrucken: Die leere Taschenlampe

  8. Die kaputte Sandburg

    ab 8 Jahren, passt bis 10 Schwierigkeit: mittel

    Smilla und ihr Bruder Malte machen Ferien an der Nordsee. Am Abend um sechs Uhr bauen sie die größte Sandburg ihres Lebens. Sie steht unten am Strand, nicht weit vom Wasser. Sie hat vier Türme mit Muscheln und oben eine Fahne aus einem Eisstiel und einem Stück Stoff.

    Neben ihnen baut Jasper aus dem Nachbar-Strandkorb. Seine Burg steht noch ein Stück näher am Wasser. Sie ist kleiner. „Morgen baue ich eine viel größere als ihr!“, ruft Jasper ein bisschen beleidigt.

    Am nächsten Morgen um acht Uhr rennen Smilla und Malte zum Strand. Die Burg ist weg! Da, wo sie stand, ist der Sand flach, nass und ganz glatt. Kein einziger Fußabdruck ist darin zu sehen. Dafür liegen überall kleine Muscheln und Algen herum.

    „Das war bestimmt Jasper!“, schimpft Malte.

    Smilla schaut genauer hin. Weiter oben am Strand zieht sich eine lange Linie aus Algen und Muscheln durch den Sand. Genau auf dieser Linie liegt ihre Fahne mit dem Eisstiel. Oberhalb der Linie sieht man viele Fußspuren und die Pfoten von einem großen Hund. Unterhalb der Linie: keine einzige Spur. Und Jaspers Burg? Die ist auch verschwunden.

    Am Kiosk hängt eine Tafel. Darauf steht: „Hochwasser heute: 2:14 Uhr und 14:40 Uhr.“

    Deine Frage, Detektiv:

    Wer oder was hat die Sandburg zerstört?

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    Es war das Meer! In der Nacht um 2:14 Uhr war Hochwasser. Bei Flut steigt das Wasser und kommt weit den Strand hinauf. Es hat die Burg überspült und flach gemacht.

    Die Linie aus Algen und Muscheln zeigt, wie weit das Wasser gekommen ist. Die Fahne ist bis dorthin geschwommen. Unterhalb der Linie ist der Sand glatt und ohne Spuren, weil das Wasser alles weggewischt hat. Die Fußspuren und Hundepfoten sind erst später oberhalb der Linie entstanden.

    Und der beste Beweis: Jaspers eigene Burg ist auch weg. Die hätte er bestimmt nicht selbst kaputt gemacht. Am Nachmittag bauen alle drei zusammen eine Riesenburg, diesmal weiter oben am Strand.

    Mit Hinweisen, zum Merken und Ausdrucken: Die kaputte Sandburg

  9. Die Eisblumen am Fenster

    ab 8 Jahren, passt bis 10 Schwierigkeit: mittel

    Heute ist das große Schlittenrennen am Rodelberg. Um zehn Uhr geht es los. Ronja freut sich seit Wochen darauf. Gestern Abend hat sie den roten Holzschlitten noch an die Hauswand gelehnt.

    Jetzt ist es acht Uhr. Ronja kommt vor die Tür. Der Schlitten ist weg!

    Gestern Abend hat ihr kleiner Bruder Leo noch gemault: „Beim Rennen bin ich immer der Langsamste. Ich müsste mal heimlich üben!“

    Jetzt kommt Leo angerannt. „Ich hab’s gesehen!“, ruft er. „Ich hab vorhin aus meinem Fenster geschaut. Da kam ein Fuchs. Der hat den Schlitten an der Schnur gepackt und ist damit in den Wald gelaufen!“

    Ronja runzelt die Stirn. Ein Fuchs, der einen Schlitten zieht?

    In der Nacht war es bitterkalt, zwölf Grad unter null. Beim Frühstück hat Mama gesagt: „Heute sind alle Fenster auf der Nordseite voller Eisblumen. Die tauen erst am Nachmittag, wenn die Sonne herumkommt.“ Leos Zimmer liegt auf der Nordseite.

    Ronja geht in Leos Zimmer. Die Scheibe ist von oben bis unten mit dicken, weißen Eisblumen bedeckt. Man kann nicht einmal den Gartenzaun erkennen.

    Auf der Heizung in Leos Zimmer liegen seine Fäustlinge. Sie sind klitschnass und dampfen. An seiner Hose klebt ein Klumpen Schnee.

    Deine Frage, Detektiv:

    Wer hat den Schlitten genommen, und woran erkennt Ronja, dass Leos Geschichte nicht stimmt?

    Auflösung zeigen

    Leo hat den Schlitten selbst genommen! Seine Fuchs-Geschichte kann nicht stimmen. Sein Fenster ist von oben bis unten voller Eisblumen. Da kann man heute Morgen nicht hindurchsehen. Leo kann also gar keinen Fuchs gesehen haben.

    Dazu kommen die klitschnassen Fäustlinge und der Schnee an seiner Hose. Leo war heute früh draußen.

    Leo gibt es kleinlaut zu: „Ich wollte heimlich am Rodelberg üben. Damit ich beim Rennen auch mal schnell bin. Aber dann ist die Schnur gerissen. Ich dachte, du schimpfst.“ Der Schlitten steht hinter der Hecke.

    Ronja schimpft nicht. Sie knotet eine neue Schnur an. Und beim Rennen fahren die beiden zusammen.

    Mit Hinweisen, zum Merken und Ausdrucken: Die Eisblumen am Fenster

  10. Die durstigen Tomaten

    ab 8 Jahren, passt bis 10 Schwierigkeit: mittel

    Diese Woche muss Lukas jeden Abend den Garten gießen. Das hat er Mama versprochen. Am Donnerstag früh geht seine Schwester Ayla in den Garten. Die Tomaten lassen die Blätter hängen. Die Erde ist trocken und hat Risse.

    „Ich habe gestern um sechs alles gegossen!“, ruft Lukas. „Mit dem grünen Schlauch am Gartenhäuschen. Eine halbe Stunde lang!“ Dann rennt er los zum Schulbus.

    Ayla wird neugierig. Am Häuschen hängt ihr Gartenschlauch, ordentlich aufgerollt. Er ist knallgelb. Zwischen dem Schlauch und der Wand hat eine Spinne ein Netz gesponnen. Morgentau glitzert darin. Das Netz ist ganz heil. Daneben steht die Gießkanne, voll mit altem Regenwasser und Blättern.

    Ayla schaut sich um. Zwischen ihrem Garten und dem von Herrn Pohl steht nur ein niedriger Zaun mit einem Türchen. Das Türchen ist immer offen, weil sich die Nachbarn gut verstehen. Die beiden Gartenhäuschen sehen genau gleich aus. Sie haben dasselbe braune Holz und dasselbe rote Dach.

    Da schaut Herr Pohl über den Zaun. „Morgen, Ayla! Sag mal, hat es gestern Abend geregnet? Mein Gemüsebeet war heute früh klatschnass. Und mein grüner Schlauch lag mitten auf dem Rasen.“

    „Nein“, sagt Ayla. „Geregnet hat es nicht.“ Und dann muss sie lachen.

    Deine Frage, Detektiv:

    Warum sind die Tomaten so durstig, obwohl Lukas gegossen hat?

    Auflösung zeigen

    Lukas hat gegossen, aber den falschen Garten! Er hat den grünen Schlauch genommen. Aylas Schlauch ist aber gelb. Der grüne Schlauch gehört Herrn Pohl. Das Spinnennetz zwischen dem gelben Schlauch und der Wand ist noch heil, also hat ihn gestern niemand abgerollt.

    Weil die Gartenhäuschen gleich aussehen und das Türchen offen ist, ist Lukas in der Eile zum falschen Häuschen gelaufen. Deshalb war das Beet von Herrn Pohl so nass. Herr Pohl lacht und gießt Aylas Tomaten gleich mit. Lukas bekommt zum Dank eine Tüte Bohnen und ein Schild für das richtige Häuschen.

    Mit Hinweisen, zum Merken und Ausdrucken: Die durstigen Tomaten

  11. Der Wecker um drei

    ab 8 Jahren, passt bis 11 Schwierigkeit: mittel

    Oma Rosi ist zu Besuch. Sie schläft im Gästezimmer. Dort steht ein alter Wecker mit roten Ziffern. Er zählt die Stunden nicht nur bis 12, sondern bis 23. Nachmittags um vier Uhr zeigt er also 16:00.

    Mitten in der Nacht klingelt der Wecker. Er piept und piept! Oma Rosi fährt hoch und schaut auf die roten Ziffern: 03:00. Sie ist hellwach und nicht gerade froh.

    Beim Frühstück will Mara herausfinden, wer den Wecker gestellt hat. Drei waren gestern im Gästezimmer.

    Papa hat dort am Schreibtisch gearbeitet. „Ich stelle nie einen Wecker“, sagt er. „Mein Telefon weckt mich jeden Morgen um halb sechs.“

    Mama hat Oma das Bett frisch bezogen. „Ich wollte Oma an ihren Zug erinnern“, sagt sie. „Aber der fährt erst morgen um zehn. Den Wecker habe ich gar nicht angefasst.“

    Und Maras kleiner Bruder Tim hat Oma beim Auspacken geholfen. Tim ist sieben. Er kann die Uhr schon lesen, so wie an der großen Uhr in der Küche. Die geht von 1 bis 12. Gestern Abend hat er laut verkündet: „Morgen um drei kommt meine Lieblingssendung! Die verpasse ich auf keinen Fall!“

    Mara schaut zu Tim. Tim wird ein bisschen rot und rührt in seinem Kakao.

    Deine Frage, Detektiv:

    Wer hat den Wecker gestellt, und was ist dabei schiefgegangen?

    Auflösung zeigen

    Tim hat den Wecker gestellt! Er wollte um drei Uhr an seine Lieblingssendung erinnert werden. Tim kennt die Uhrzeiten aber nur von 1 bis 12. Er hat 03:00 eingestellt. Der Wecker im Gästezimmer zählt jedoch bis 23. Bei ihm heißt drei Uhr nachmittags 15:00. Und 03:00 ist mitten in der Nacht.

    Papa braucht keinen Wecker, und Mama hätte für Omas Zug eine ganz andere Zeit eingestellt. Nur Tim wollte an „drei“ erinnert werden. Oma Rosi verzeiht ihm sofort. Am Nachmittag guckt sie die Sendung mit ihm zusammen, pünktlich um 15 Uhr.

    Mit Hinweisen, zum Merken und Ausdrucken: Der Wecker um drei

  12. Das offene Ziegentor

    ab 8 Jahren, passt bis 10 Schwierigkeit: mittel

    Anton ist zu Besuch bei Onkel Jens auf dem Bauernhof. Am liebsten mag er die Ziegen. Besonders Zora, die kleine Graue. Zora knabbert alles an: Jackenknöpfe, Reißverschlüsse, sogar Antons Schnürsenkel.

    Heute Morgen um halb neun gibt es Aufregung. Die Ziegen stehen im Gemüsegarten und fressen den Salat! Das Tor vom Ziegengehege steht weit offen.

    „Wer hat das Tor nicht zugemacht?“, ruft Onkel Jens.

    Cousine Paula hat die Ziegen um sieben Uhr gefüttert. Das macht sie immer vom Stall aus, durch die kleine Futterluke. „Danach habe ich von innen den Riegel zugeschoben, ganz bestimmt!“, sagt sie.

    Der Postbote war um acht Uhr da. „Ich bin nur bis zum Briefkasten gegangen“, sagt er. „Das Ziegentor habe ich gar nicht angefasst.“ Der Briefkasten hängt vorne am Hoftor, weit weg vom Gehege.

    Anton sieht sich das Ziegentor an. Der Riegel ist ein Metallstab mit einem kleinen runden Knauf. Man muss ihn zur Seite schieben. Der Knauf ist ganz nass und klebrig. Darauf sind kleine Kratzer, wie von Zähnen. Und ein paar Halme Heu kleben daran.

    Der Riegel sitzt innen am Tor, gerade so hoch wie ein Ziegenmaul. Vor dem Tor ist der Boden matschig. Darin sieht Anton nur Abdrücke von Ziegenhufen. Keine Schuhe, keine Stiefel. Seit dem Regen heute Nacht war also kein Mensch am Tor.

    Da kommt Zora angetrabt. Sie stupst Anton an und fängt sofort an, an seinem Jackenknopf zu knabbern.

    Deine Frage, Detektiv:

    Wer hat das Ziegentor geöffnet?

    Auflösung zeigen

    Zora hat das Tor selbst aufgemacht!

    Der Knauf vom Riegel ist nass und klebrig, hat kleine Zahnkratzer, und Heu klebt daran. Das ist Ziegenspucke. Der Riegel sitzt genau so hoch wie ein Ziegenmaul. Und Zora knabbert alles an, was aus Metall ist und sich bewegen lässt. So hat sie den Riegel zur Seite geschoben.

    Im Matsch vor dem Tor gibt es nur Hufabdrücke, keine Schuhe. Der Postbote war also nicht dort. Paula auch nicht: Sie hat vom Stall aus gefüttert und den Riegel von innen wirklich zugeschoben.

    Onkel Jens lacht und hängt einen zweiten Haken an das Tor. „Den kriegt selbst Zora nicht auf.“ Zora schaut ihn an und knabbert schon mal daran.

    Mit Hinweisen, zum Merken und Ausdrucken: Das offene Ziegentor

  13. Das Dino-Ei im Museum

    ab 8 Jahren, passt bis 11 Schwierigkeit: mittel

    Fenjas Klasse besucht das Naturkundemuseum. Im Dinosaurier-Saal gibt es eine Kinderecke mit einem Dino-Nest. Darin liegen drei Dino-Eier aus Gummi, jedes so groß wie ein Hühnerei. Man darf sie in die Hand nehmen.

    Um 12 Uhr zählt Herr Brandt vom Museum die Eier: drei. Um halb eins zählt er wieder: nur noch zwei! „Hat jemand ein Ei eingesteckt?“, fragt er streng.

    Tarek sagt: „Ich habe bis Viertel nach zwölf am Nest gespielt. Dann bin ich schnell aufgesprungen, weil ich ins Café wollte. Dabei hat es irgendwo leise ‚plopp‘ gemacht. Ich hab nicht nachgesehen.“

    Juli sagt: „Ich war die ganze Zeit beim großen Skelett und habe es abgezeichnet.“ Ihr Block ist voll mit Knochen-Zeichnungen.

    Max hat seine Hosentaschen schon umgedreht. Darin waren nur ein Taschentuch und ein Bonbon.

    Fenja liest das Schild an der Wand: „Hier fährt Rudi, unser Putzroboter. Er wischt jeden Mittag von 12:15 bis 12:30 Uhr den Boden. Danach fährt er zu seiner Ladestation unter dem Schwanz des T-Rex.“

    Fenja geht zum T-Rex. Rudi, eine flache runde Scheibe, steht vor seiner Ladestation. Er fährt ein Stück vor, stößt gegen etwas und macht „klack“. Dann fährt er zurück und probiert es noch einmal: „klack“. Das Lämpchen auf seinem Deckel blinkt rot: „Laden nicht möglich.“

    Deine Frage, Detektiv:

    Wo ist das dritte Dino-Ei, und wie ist es dorthin gekommen?

    Auflösung zeigen

    Das Ei liegt in Rudis Ladestation unter dem Schwanz des T-Rex. Niemand hat es eingesteckt.

    Als Tarek um Viertel nach zwölf aufgesprungen ist, hat er das Nest angestoßen. Ein Ei ist auf den Boden gefallen. Das war das „Plopp“. Genau um 12:15 Uhr ist Rudi losgefahren und hat den Boden gewischt. Dabei hat er das kleine Gummi-Ei vor sich hergeschoben, bis zu seiner Ladestation.

    Der entscheidende Hinweis: Rudi stößt immer wieder gegen etwas und kann nicht laden. Das Ei liegt ihm im Weg.

    Herr Brandt holt das Ei hervor und legt es zurück ins Nest. Rudi fährt in seine Station, und das Lämpchen wird grün. „Ab heute steht unser Nest auf einem Teller mit Rand“, sagt Herr Brandt.

    Mit Hinweisen, zum Merken und Ausdrucken: Das Dino-Ei im Museum

  14. Das Bild ohne Namen

    ab 8 Jahren, passt bis 10 Schwierigkeit: mittel

    Beim Schulfest gibt es einen Malwettbewerb. Das Thema heißt: „Was ich aus meinem Klassenfenster sehe“. Alle Bilder hängen an einer langen Leine im Flur. An jedem Bild klebt ein Zettel mit dem Namen.

    Da geht die Tür auf. Ein Windstoß fegt durch den Flur, und drei Namenszettel segeln davon. Sie landen draußen in einer Pfütze. Die Schrift ist verlaufen.

    Rektorin Frau Lange seufzt. „Ausgerechnet! Eines von diesen drei Bildern hat gewonnen.“ Auf ihrer Liste stehen drei Namen: Lotte aus der 2a, Ben aus der 4a, Yusuf aus der 4b. Aber welches ist von wem? Die drei Kinder sind gerade nirgends zu finden. Und in zehn Minuten soll die Siegerehrung sein.

    Jonte aus der 3b will helfen. Er kennt das Schulhaus gut. Im Erdgeschoss sind die Klassen 1 und 2. Im ersten Stock sind die Klassen 3 und 4. Die Fenster der 3a und der 4a gehen zur Straße mit der Bushaltestelle. Die Fenster der 3b und der 4b gehen zum Schulhof.

    Jonte sieht sich die drei Bilder genau an.

    Auf dem ersten Bild ist eine große Sonnenblume, ganz nah. Man sieht jedes Blütenblatt und eine Biene darauf. Dahinter ist ein Stück Zaun.

    Auf dem zweiten Bild sieht man ein gelbes Wartehäuschen und einen Bus. Alles ist von schräg oben gemalt, man sieht sogar das Dach des Busses.

    Auf dem dritten Bild, dem Siegerbild, sieht man das Klettergerüst von oben. Daneben das blaue Dach vom Fahrradständer und die große Kastanie. Unter der Kastanie steht die rote Schubkarre vom Hausmeister.

    Jonte grinst. „Ich weiß, wem der Preis gehört.“

    Deine Frage, Detektiv:

    Wer hat das Siegerbild gemalt?

    Auflösung zeigen

    Yusuf hat das Siegerbild gemalt. Es zeigt den Schulhof von oben. Von oben kann man nur aus dem ersten Stock schauen, also nicht aus Lottes Klasse 2a im Erdgeschoss. Von dort sieht man gut, was direkt vor dem Fenster wächst: Lotte hat die Sonnenblume gemalt.

    Bens Klasse 4a ist zwar im ersten Stock, aber ihre Fenster gehen zur Straße. Ben hat die Bushaltestelle von oben gemalt. Nur aus Yusufs Klasse 4b blickt man von oben auf den Schulhof.

    Bei der Siegerehrung steht Yusuf ganz verlegen auf der Bühne. Dann hält er seinen neuen Malkasten hoch und strahlt.

    Mit Hinweisen, zum Merken und Ausdrucken: Das Bild ohne Namen

Alle Krimirätsel

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So ermittelst du

  • Lies den Fall einmal ganz durch. Dann weißt du, worum es geht und wer verdächtig ist.
  • Lies ihn ein zweites Mal mit Stift und Zettel. Notiere Namen, Orte und Uhrzeiten. Passt eine Zeitangabe nicht zu einer anderen, hast du vielleicht schon die Spur.
  • Prüf jede Aussage. Wer sagt etwas, das nicht sein kann?
  • Leg dich fest. Schreib deinen Verdacht auf, bevor du die Auflösung aufklappst.

Für wen passt das?

Die Fälle sind fast alle mittelschwer und für Kinder ab 8 bis etwa 12 gedacht, die schon sicher allein lesen. Genaues Lesen ist hier wichtiger als schnelles. Für jüngere Geschwister gibt es die kürzeren Krimirätsel ab 6 Jahren zum Vorlesen.

Tipps für Eltern und Lehrkräfte

Ein Fall ist in etwa zehn Minuten gelesen und gelöst. Im Unterricht eignet er sich für die Leseförderung: Die Kinder markieren die entscheidende Textstelle und begründen damit ihre Lösung. Zu zweit macht es besonders viel Spaß, weil man sich gegenseitig auf übersehene Einzelheiten hinweist. Weitere Ideen für den Unterricht finden Sie auf der Seite für Lehrkräfte.